Die Funktionale Stimmbildung beschäftigt sich aufgrund eines fundierten medizinisch-physiologischen Wissens mit Körperspannungen (Spannungsketten) und Reflexbögen beim Sprechen und Singen. Es ergibt sich eine Vielzahl von Arbeitsweisen für die Stimmtherapie, die in der praktischen Arbeit flexibel auf die individuellen Bedürfnisse der Klienten abgestimmt werden können. Das Seminar bietet Hilfestellungen für die Therapie der Sprech- und Singstimme. Die Seminarteilnehmer werden angeregt, Gesangsübungen auch für die Verbesserung der Sprechstimme einzusetzen, lernen aber auch, funktionale Störungen der Singstimme zu erkennen bzw. zu behandeln und eventuell ihr Therapieangebot in Richtung Dysodie zu erweitern. Insgesamt werden folgende Unterrichtsinhalte erarbeitet:
Einführung in Geschichte und Grundgedanken der Funktionalen Stimmbildung
Bedeutung des Schluckmuskels für die Phonation
Anatomie und Physiologie des antagonistischen Systems von c.t und vocalis und anderer innerer Kehlkopfmuskeln; unterschiedlichste Übungen, um das Zusammenspiel dieser Muskulaturen zu verbessern
Hörtraining besonders in Bezug auf die Funktionsweise der inneren Kehlkopfmuskeln
Spannungsketten und Streck- bzw. Beugeschlinge
Unterdruck- und Überdrucksystem; Doppelventilfunktion des Kehlkopfes; Bedeutung für die Stimmarbeit
Arbeit an der eigenen Singstimme, Transfer des verbesserten Phonationskonzeptes in die Sprechstimme (einzeln oder in der Gruppe)
Besonders wichtig in diesem Seminar wird immer wieder die Verbindung von Theorie und Praxis sein.
Voraussetzungen: Grundlegende Kenntnisse der Anatomie der menschlichen Stimme und der Atmungsorgane; Interesse, die theoretisch erarbeiteten Unterrichtsinhalte an der eigenen Stimme auszuprobieren.