Seminarbeschreibung:
Funktional orientierte Methoden in der Stimmtherapie entwickelten sich in den 80er Jahren aus interdisziplinären, wissenschaftlichen Forschungen am Darmstädter Institut für Arbeitswissenschaften. Dieses Konzept hat sich mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung weiterentwickelt (nach Rohmert, nach Rabine, nach Heptner u.a.). Ursprünglich als gesangspädagogisches Konzept entwickelt, wurde es u.a. von Sabine Gross-Jansen für die stimmtherapeutische Arbeit mit kranken Stimmen modifiziert.
Das Seminar gibt einen Überblick über die Anfänge und Entwicklung der Funktionalen Methode. Dargestellt werden die Kerninhalte des funktionalen Ansatzes in der Stimmtherapie (Doppelventilfunktion des Larynx, Einfluss der Register, Synergetik und Selbstregulation, Klangorientierung, Anregung vegetativer Funktionen ...), die hauptsächlich in individueller Einzelarbeit und auch in der Gruppe praktisch erfahrbar werden.
Die funktionale Methode ist mit ihren Wiederholungen von Vokalen eine minimalistisch vorgehende Therapieform. Dreh- und Angelpunkt ist die Stimme, die Atmung, Tonus und Haltung beeinflusst. Funktional orientiert zu therapieren, bedeutet, individuell und kreativ den eigenen Klang einer Person zur Entfaltung zu bringen.
Die Teilnahme am Einführungsseminar bietet die Möglichkeit, weitere themenzentrierte Seminare zu besuchen, die vertieft weitere Facetten der Funktionalen Methode beleuchten.
In jedem Seminar werden Vorträge, Einzelarbeit und teilweise Gruppenübungen angeboten.
Wünschenswert sind stimmtherapeutische Erfahrung und Interesse an Selbsterfahrung mit der eigenen Stimme.
Dieses Modul 1 ist Voraussetzung, um die anderen Module besuchen zu können. Die Module 2, 3 und 4 hingegen sind nicht aufeinander aufbauend und können auch unabhängig voneinander besucht werden.
Anmerkung:
Bitte bringen Sie eine Matte und eine Wolldecke mit.
Kurzbiographie Katharina Feldmann:
Katharina Feldmann absolvierte 1997 ihr Staatsexamen als Logopädin an der Philipps-Universität in Marburg und studierte anschließend Lehr- und Forschungslogopädie mit Diplom-Abschluss 2002 an der RWTH Aachen. Mehrjährige Berufserfahrung als Logopädin. Ausbildung zur NLP-Trainerin.
Von 2002 - 2009 war sie an der Fachschule für Logopädie in Krefeld als Lehrlogopädin für Stimme tätig, vier Jahre zusätzlich in der Funktion der Schulleiterin.
Nach der Elternzeit arbeitete sie 2009 - 2011 als Lehrlogopädie für Stimme in Duisburg.
Ihr eigenes Wissen vertieft sie kontinuierlich durch Fortbildungen (Funktionale Methode: am Lichtenberger® Institut für angewandte Stimmphysiologie, bei S. Gross-Jansen, Manuelle Stimmtherapie nach G. Münch, VocaStim®-Reizstromtherapie etc.), eigene Stimmbildung und Diagnostik/Therapie/Supervision von Stimmpatienten.
Seit mehreren Jahren arbeitet sie als freie Dozentin (u.a. Universität Bielefeld, Chorverband der ev. Landeskirche, deutschlandweite Fortbildungsinstitute) in der Fort- und Weiterbildung zu den Themen Stimme, Stimmbildung und Stimmtherapie.
Seit April 2011 arbeitet Frau Feldmann als klinische Logopädin in der Abteilung Phoniatrie/Pädaudiologie/SPZ (am Malteser Krankenhaus St. Anna) in Duisburg und als freie Mitarbeiterin in der Praxis für Stimmtherapie" in Krefeld und Köln.
Quellenangaben:
Feuerstein, U. (2000) Stimmig sein. Die Selbstregulation der Stimmtherapie in Gesang und Stimmtherapie. Paderborn: Jungfermann
Feuerstein, U. (2006) Die Stimmig-Sein-Methode. Entwicklung und Einordnung eines funktional-psychointegralen Selbstregulationskonzepts für die Stimmtherapie. Die Sprachheilarbeit 51. Jg., Nr. 3: Dortmund: verlag modernes lernen Borgmann
Gross, S. (1997) Die funktionale Stimmpädagogik nach Gisela Rohmert in der logopädischen Stimmtherapie. Schulz-Kirchner: Forum Logopädie
Heptner, M. (2002) Physiologische Grundlagen der Funktionalen Stimmtherapie nach Michael Heptner. www.heptner.org <http://www.heptner.org> Heptner, M. (2000) Die zu hohe Sprechstimmlage: Therapieansätze aus funktionaler Sicht. Forum Logopädie, Heft 2
Heptner, M. (1997) Prägung der Kinderstimme - Therapie und Prävention. Forum Logopädie, Heft
Heptner, M. (2002) Die lautlose Atmung. Aus der Praxis des Funktionalen Stimmtherapeuten. www.heptner.org Jacoby, P. (1987) Die Doppelventilfunktion des Kehlkopfs und ihre Bedeutung für die Phonation. Gundermann (Hrsg.) Aktuelle Probleme der Stimmtherapie. Stuttgart: Gustav Fischer Verlag
Kruse, E. (1991) Funktionale Stimmtherapie - Therapeutisch-konzeptionelle Konsequenz der laryngealen Doppelventilfunktion. Thieme: Sprache Stimme Gehör, Stuttgart
Kruse, E. (2001) Postoperative und postrehabilitative Ersatzphonationsmechanismen. In Böhme (Hrsg.) Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. Bd. 2, München: Urban und Fischer
Reid, C. L. (1994) Funktionale Stimmentwicklung. Zweck und Bewegungsablauf von Stimmübungen. Mainz: Schott
Rohmert, G. (1991) Der Sänger auf dem Weg zum Klang. Lichtenberger Musikpädagogische Vorlesungen. Köln: O. Schmidt
Rohmert, G. (?) Darstellung der Entwicklung einer spezifisch klangorientierten Musikpädagogik des Lichtenberger Institut für Gesang und Instrumentalspiel in ?
Rohmert, W. (Hrsg.) (1991) Grundzüge des funktionalen Stimmtrainings., 6. unveränd. Aufl.. Dokumentation Arbeitswissenschaft Bd. 12, Köln: O. Schmidt
Rohmert, G. u. Landzettel, M. (2008) Wege zur Resonanz. Musiktherapeutische Umschau, 29, 3 Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht