Die Fortbildung soll den Praktiker befähigen, auf der Basis von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Lauterwerb und modelltheoretischen Vorstellungen eine differenzierte sprachliche Diagnose zu stellen, um das der Aussprachestörung zu Grunde liegende Defizit aufzudecken und gezielt zu behandeln. Hierbei wird für jedes Kind ein individuelles Profil der Stärken und Schwächen in der phonetisch-phonologischen Verarbeitung gezeichnet. Aus dem gewonnenen Profil werden das Vorgehen und die Ziele für die Therapie abgeleitet.
Der erste Teil der Fortbildung zielt auf die Vermittlung von theoretischem Wissen über die Einteilung von kindlichen Aussprachestörungen, den Lauterwerb und modelltheoretische Vorstellungen zur Sprachverarbeitung ab.
Im zweiten Teil werden verschiedene Diagnostikverfahren kurz vorgestellt und deren Nach- und Vorteile erörtert. Es wird die praktische Durchführung der PLAKSS - Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprechstörungen (Fox, 2002) anhand von Fallbeispielen geübt und es werden Übungen zur Auswertung und Interpretation der Untersuchungsergebnisse, zur Diagnosestellung und zur Ableitung von Therapiezielen durchgeführt.
Im dritten Teil werden verschiedene Ansätze zur Behandlung phonetischer und phonologischer Störungen (u.a. Minimalpaaransatz, Psycholinguistisch orientierte Phonologische Therapie nach Fox, Metaphon nach Howell & Dean) erläutert und kritisch beleuchtet. Zuletzt wird die Behandlung kindlicher Aussprachestörungen anhand von Falldarstellungen per Video demonstriert.
Zielgruppe: Menschen in sprachtherapeutischen Berufen; hilfreich sind Grundkenntnisse im Bereich der Phonetik.