Sem.Nr.: 1206-KA

Der entwicklungsproximale Ansatz in der Dysgrammatismustherapie

Maja Ullrich, Dipl.-Logopädin

Datum: 10.02.2012 - 11.02.2012
Uhrzeiten:
FR 13:00-20.00
SA 10:00-18:00
Ort: Köln

Seminarbeschreibung:

Die Fortbildung gliedert sich inhaltlich in theoretische Grundlagen, Diagnostik und Behandlung von Kindern mit grammatikalischen Defiziten. Ziel ist es, den Praktiker zu befähigen, eine systematische Analyse der grammatischen Fähigkeiten von sprachentwicklungsgestörten Kindern durchzuführen und eine differenzierte Diagnose zu stellen, auf deren Basis sprachtherapeutische Entscheidungsprozesse getroffen werden können und die die Grundlage für eine strukturierte sprachtherapeutische Behandlung darstellt. Hierbei werden sowohl neueste wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der Grammatik vermittelt als auch Aspekte der Praktikabilität berücksichtigt.
Im ersten Teil der Fortbildung werden Definitionen zum Dysgrammatismus geklärt sowie neueste Erkenntnisse zum regulären und gestörten Grammatikerwerb kurz besprochen.
Im zweiten Teil werden verschiedene Diagnostikverfahren (die Profilanalyse nach Clahsen, COPROF nach Clahsen und Hansen, ESGRAF-R [Modulierte Diagnostik grammatischer Störungen nach Motsch, 2009]) kurz vorgestellt und deren Nach- und Vorteile erörtert. Mit ESGRAF-R wurde ein innovatives und praktikables Diagnoseverfahren zur Datenerhebung und Auswertung für den Praktiker entwickelt. An Fallbeispielen werden die Auswertung der sprachlichen Daten und die Ableitung von förderrelevanten Therapiezielen mittels ESGRAF-R geübt.
Im dritten Teil wird insbesondere der entwicklungsproximale Behandlungsansatz nach Dannenbauer erläutert. Bezugsrahmen für die Ableitung der Lernziele ist hierbei die Kindersprache in ihren verschiedenen Erwerbsphasen und Übergangsgrammatiken. Im Zentrum der Behandlung steht die systematische Vermittlung ausgewählter sprachlicher Strukturen und grammatischer Merkmale. Die angezielten Strukturen werden dem Kind in prägnanter, hochfrequenter Weise und in kindgerechten Spielsituationen präsentiert.
Abschließend werden Spielideen für die verschiedenen förderrelevanten Bereiche (u.a. Genus, Numerus, Kasus, Verbflexion/Verbstellung, komplexe Syntax/Nebensätze) vorgestellt. Anhand der eingangs besprochenen Fälle werden in Kleingruppen die Ableitung von Therapiezielen, die Festlegung von Behandlungsinhalten und die Durchführung der Behandlung geübt.
Voraussetzungen: Von Vorteil - aber nicht zwingend erforderlich - sind Kenntnisse im Bereich der grammatikalischen Entwicklung von Kindern (Phasen nach Clahsen) ebenso wie allgemeine Kenntnisse im Bereich der deutschen Grammatik.

Kurzbiographie Maja Ullrich:

Maja Ullrich absolvierte von 1991 bis 1994 eine Ausbildung zur Logopädin in Oldenburg. Von 1994 bis 1995 arbeitete sie als Logopädin am Sprachheilzentrum Oldenburg, seit 1995 als Mitarbeiterin in einer logopädischen Praxis in Köln. Seit 1998 führt Frau Ullrich Fortbildungsseminare im Bereich von Lese-Rechtschreibstörungen, Aussprachestörungen und Dysgrammatismus durch. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt besteht in der Entwicklung und Erprobung von Fördermaterialien zur Behandlung von Lese-Rechtschreibstörungen und Aussprachestörungen. Sie studierte berufsbegleitend Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH Aachen und schloss ihr Studium 2003 ab. Sie war mehrere Jahre als Lehrlogopädin im Bereich der Kindersprache an verschiedenen Schulen für Logopädie in NRW tätig
Unterrichtseinheiten:
Praxis: 8
Theorie: 9
Fortbildungspunkte:17
Freie Plätze: 15

Preis: 240,00 EUR
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