Dieses Seminar richtet sich an Language-Route-Trainerinnen und -Trainer, die mit vorschulischen Einrichtungen zusammenarbeiten, die einen hohen Anteil an mehrsprachigen Kindern haben. Diese Kinder haben besondere Bedürfnisse in Bezug auf die Sprachförderung; dies stellt die Sprachförderkräfte vor besondere Herausforderungen.
In diesem Seminar wird zunächst auf die Besonderheiten des Spracherwerbs bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern eingegangen. Es wird sowohl der bilinguale Erstspracherwerb als auch der Zweitspracherwerb von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren nachgezeichnet. Es werden Rückschlüsse gezogen auf die Bedürfnisse dieser Kinder in Bezug auf die Sprachförderung in vorschulischen Einrichtungen.
Das Konzept der Language Route" wird auf die besondere Situation dieser Kinder bezogen. Es wird geklärt, inwiefern die Techniken der Language Route", wie beispielsweise die Interaktionsfähigkeiten, der Vorlesezyklus und der Stufenplan Wortschatz, an die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder angepasst werden müssen. In praktischen Übungen wird dies ausprobiert und nachvollzogen. Auch neue Techniken zur sprachlichen Förderung mehrsprachiger Kinder werden erarbeitet. In der Auswahl der Bilderbücher zur Sprachförderung sollten bei mehrsprachigen Kindern besondere Kriterien beachtet und die Texte der Bücher ggf. angepasst werden. Dies wird im Seminar mit ausgewählten Bilderbüchern umgesetzt.
Eine besondere Bedeutung kommt in der Sprachförderung mit mehrsprachigen Kindern der Elternarbeit zu. Die Herausforderungen und Chancen werden diskutiert und verschiedene Wege der Einbeziehung der Eltern herausgearbeitet.
Das Seminar soll die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu befähigen, die Erzieherinnen und Erzieher, denen sie das Sprachförderkonzept Language Route" vermitteln, für die besonderen Bedürfnisse der mehrsprachig aufwachsenden Kinder zu sensibilisieren und ihnen Arbeitsweisen an die Hand zu geben, mit denen sie die Kinder optimal in ihrer Sprachentwicklung fördern können.