Sem.Nr.: 1226-KC

Semantik in Theorie und Praxis: Relevanz verbaler und nonverbaler Bedeutungsverarbeitung für Diagnostik und Therapie neurologisch bedingter Sprachstörungen

Tabea Kühn, Logopädin, MSc, PhD

Datum: 01.07.2012 - 02.07.2012
Uhrzeiten:
SO 11:00 - 18:30
MO 09:00 - 16:30
Ort: Köln

Seminarbeschreibung:

Sprachverarbeitungsmodelle benutzen unterschiedliche Begriffe für den Prozess der Bedeutungsverarbeitung. Damit einhergehend ist ein unterschiedliches Verständnis des Prozesses.
So sprechen einige Modelle von einem singulären semantischen Prozess im Zentrum der sinnvollen Sprachverarbeitung, andere von mindestens zwei semantischen Systemen. Nur eines für die Wortbedeutungen (die lexikalische Semantik), andere für die Bedeutungsverarbeitung nonverbaler Informationen. Terminologisch spricht man von „konzeptuellem System", „nonverbal-semantischem System", „Objektsemantik", „visueller Semantik", etc.
Im klinischen Alltag wird der Terminus „Störung im semantischen System" ebenso vielfältig genutzt. Er bezieht sich auf die erschwerte inhaltlich-verbale Differenzierung wie auch auf die beeinträchtigte Bedeutungsverarbeitung nonverbaler Informationen.
Dieses Seminar widmet sich den Theorien zur Bedeutungsverarbeitung und beleuchtet ihre klinische Relevanz für Diagnostik und Therapie, insbesondere von Aphasien und Demenzen. Bei einer Aphasie wird meist gut strukturiert und linguistisch informiert die verbale Form der semantischen Störung behandelt. Kann und soll ein Defizit in der nonverbalen Semantik ebenfalls therapiert werden? Ideen und Materialien werden vorgestellt und sollen diskutiert werden. Bei Demenzen greifen übende Therapien dagegen, aufgrund multipler kognitiver Defizite, häufig nicht. Hier sollen sprachtherapeutische Möglichkeiten im interdisziplinären Rahmen diskutiert werden.

Kurzbiographie Tabea Kühn:

1998 - 2001 die Ausbildung zur Logopädin am Klinikum der RWTH Aachen. Im Anschluss erlangte Tabea Kühn den MSc in Human Communication Sciences an der University of Newcastle (GB) (2002). Ein Promotionsstudium an der University of Newcastle (GB) führte sie zum Thema ‚‚Die semantische Verarbeitung bei Aphasie und Demenz' von 2002 - 2006 durch. Parallel war sie in der klinisch-therapeutischen Ausbildung von Logopäden in den Bereichen Aphasie und Entwicklungsdyslexie tätig. Seit Ende 2006 arbeitet sie in der neurologischen Rehabilitation Erwachsener (Schön Klinik Bad Aibling) und sammelt hier Erfahrungen in Diagnostik und Therapie neurologischer Patienten aller Phasen von Frührehabilitation bis Anschlussheilbehandlung.

Quellenangaben:

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- Böhme, G., Förderung der kommunikativen Fähigkeiten bei Demenz, Huber, Bern, 2008
- Gutzmann, H. & Brauer, Th., Sprache und Demenz, Schulz-Kirchner Verlag, 2007
- Forum Logopädie , 2008, Heft 6
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- BIERWISCH, M. & SCHREUDER, R. (1992) From concepts to lexical items. Cognition, 42, 23-60.
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- SEIDENBERG, M. S. & MCCLELLAND, J. L. (1989) A distributed, develpmental model of word recognition and naming. Psychological Review, 96, 523-568.
- SEMENZA, C., DENES, G., LUCCHESE, D. & BISIACCHI, P. (1980) Selective deficit of conceptual structures in aphasia: Class versus thematic relations. Brain and Language, 10, 243-248.
- CARAMAZZA, A., HILLIS, A. E., RAPP, B. C. & ROMANI, C. (1990) Multiple semantics hypothesis: Multiple confusions? Cognitive Neuropsychology, 7, 161-168.
- SHALLICE, T. (1993) Multiple semantics: Whose confusions? Cognitive Neuropsychology, 10, 251-261.
 
Unterrichtseinheiten:
Praxis: 8
Theorie: 8
Fortbildungspunkte:16
Freie Plätze: 30

Preis: 230,00 EUR
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